• Sommereis 2014  

    Mal ein ganz "normaler" Sommer

    31. Juli 2014 | Direktlink

    Seit vielen Jahren bedeutete Sommer nur eines: Training, Training, Training. Von Juni bis August standen drei Trainingslager auf dem Programm, davon eines auf dem Eis. Es war aber immer etwas besonderes, denn wo andere Leute Urlaub machen (in Italien, Inzell oder den Pyrenäen), gingen wir unserem „Job“ nach, nämlich so gut vorbereitet wie möglich in die Saison zu gehen.
    Dieses Jahr hatte ich endlich mal Zeit für Sommerurlaub und habe diese auch gut genutzt für eine mehrwöchige Rundreise durch den Osten Kanadas, mit Auto und Zelt. Statt Kraft-, Rad- oder Eistraining standen Wandertouren entlang der Atlantikküste oder der Flüsse und Seen Kanadas auf dem Programm. Erstaunlich oft gingen dabei meine Gedanken zurück - was habe ich noch letztes Jahr in der und der Woche oder sogar an diesem oder dem anderen Wochentag gemacht - was habe ich dabei gedacht und welche Erwartungen hatte ich noch vor einem Jahr, als die Olympischen Spiele noch vor der Tür standen.
    Relativ schnell habe ich für mich festgestellt, dass kein Abenteuer in der Wildnis Amerikas so spannend und ungewiss ist, wie die Vorbereitung auf die nächste Saison oder gar ein so großes Ziel wie Olympia.
    Selten habe ich an die negativen Seiten gedacht, die unglaubliche Quälerei im Training, frühmorgentliche Dopingkontrollen oder an den selbst an den schönsten Orten fast unvermeidliche Lagerkoller. Vielmehr standen im Mittelpunkt meiner Erinnerungen die unzähligen lustigen Momente, die Kameradschaft, das gute Gefühl, auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten oder auch das unvergleichliche Gefühl nach einem harten Trainingstag zu entspannen und DVDs zu gucken.
    Natürlich wird man dabei ein wenig traurig, aber dann überwiegt auch wieder die Freude und der Stolz, das alles erlebt zu haben dürfen und für immer ein Teil dieser Leistungssportgemeinschaft zu bleiben, egal ob aktiv oder als Ehemalige. Sportlich aktiv bin ich auch weiterhin. Seit März diesen Jahres ist es mir allerdings eine Genugtuung, einfach mit Sport aufzuhören, wenn es zu anstrengend, langweilig oder ungesund ist und nicht täglich zu versuchen die eigenen körperlichen Grenzen zu verschieben.

  • 2 Bilder

    "Galerie der Ehre" Marzahn

    23. Mai 2014 | Direktlink

    Am Mittwoch hatte ich das Vergnügen, im Sportmuseum Berlin Marzahn-Hellersdorf an einem Gesprächsabend teilzunehmen. Höhepunkt der sehr angenehmen Veranstaltung war die Aufnahme in die "Galerie der Ehre" des Museums. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Veranstalter.
    Der Einladung bin ich sehr gerne nachgekommen, da ich in Marzahn großgeworden bin und dort das Schlittschuhlaufen gelernt habe.

  • Reden und öffentliche Auftritte

    1. Mai 2014 | Direktlink

    22 Jahre erfolgreicher Leistungssport, zwei Studienabschlüsse und ein reger Austausch mit Menschen aus aller Welt - die Erfahrungen die ich auf diesem Weg gesammelt habe teile ich gerne. Bei Interesse an Redebeiträgen, Gesprächsrunden oder Interviews wenden Sie sich bitte an: Andrea Kummer, Kumminikation GmbH, www.kuminikation.de

    Themenschwerpunkte:

    Schritt für Schritt - Nachhaltiger Erfolg durch Konsequenz
    Nur mitlaufen, das wollte ich nie! - Zielsetzungen im Leistungssport und in der Wirtschaft
    Wo möchte ich hin, was will ich mal werden - Karriereentscheidungen und Erwartungshaltungen
    Am Ende zählt die Leistung, egal ob Mann oder Frau - Was der Olympische Sport zur Genderdiskussion beitragen kann
    Über die Schmerzgrenze hinaus - Wie motiviere ich mich zu Höchstleistungen

    Individuelle Schwerpunktsetzungen können selbstverständlich abgesprochen werden.

  • Basketballtraining  

    Neue Erfahrungen

    19. April 2014 | Direktlink

    Die letzten Tage habe ich als Praktikantin bei CSS mit Jugendlichen in der PerspektivFabrik Mötzow verbracht. „Erkenne deine Stärken“ heißt das Programm, mit dem Jugendliche für Ausbildungsberufe begeistert werden sollen. Konkret wurden diesmal Azubis für den Bereich Heizung, Sanitär, Klempner, Klima gesucht. Initiator des Programms und der Veranstaltung ist Christian Schenk mit seiner Agentur Christian Schenk Sports.
    Das Programm umfasste natürlich viel Sport und verschiedene Einführungen in den Fachbereich. Auf einer kleinen Messe präsentierten sich die Unternehmen und die Schüler konnten dabei auch praktische Erfahrungen machen.
    Nebenbei wurden Module zur Persönlichkeitsentwicklung angeboten, in denen die Jugendlichen erstaunlich offen über ihre Ziele und Träume gesprochen haben und sich ihre Stärken bewusst machen konnten.
    Mir hat der ungewohnte Umgang mit den Jugendlichen viel Spaß gemacht und ich konnte lernen, was so alles dran hängt, wenn man so ein Projekt planen und umsetzen muss.

    Interessanterweise ist auch noch eine große Gruppe von Ruderern hier im Trainingslager. Zuerst war ich ein bisschen wehmütig, weil sofort wieder Leistungssportatmosphäre zu spüren war. Nach einem Blick auf deren Trainingsplan war ich aber auch froh, diese Zeiten hinter mir zu haben und all das schon erreicht zu haben, wovon die jungen Ruderer noch träumen.

  • Wandern statt Radtraining  

    Die ersten Wochen als "Freizeitsportler"

    8. April 2014 | Direktlink

    Reichlich drei Wochen sind seit meinem letzten Wettkampf vergangen und erst jetzt wird wirklich deutlich, was es heißt, kein Hochleistungssportler mehr zu sein. Für mehr als 20 Jahre hieß es, ab April wieder mit dem Frühjahrstraining zu beginnen: Radfahren, Lauftraining und erste Krafteinheiten (inklusive Muskelkater), täglich im April und dann auch zweimal täglich ab Mai. Bis jetzt könnte ich noch problemlos wieder einsteigen - schon in zwei Wochen wäre der Trainingsrückstand ziemlich groß.
    Das Frühjahr war immer etwas besonderes, die letzte Saison war abgehakt und mit neuer Frische und Motivation freute ich mich auf das nächste Jahr. Jetzt trainiere ich zwar auch regelmäßig, aber der Druck ist weg. Ich bewerte nicht jede Einheit, ob das jetzt besser oder schlechter ging als letztes Jahr. Mein einziges Kriterium ist momentan, ob ich lange genug gejoggt bin um anschließend ein Eis genießen zu können.

    Anfangs habe ich aber schon gemerkt, dass ich nach so einer Saison viel zu verarbeiten hatte. Nach der Rückkehr aus Heerenveen habe ich jede Nacht von Wettkämpfen und Eisschnelllaufen geträumt, als wollte mein Kopf noch nicht zulassen, dass das alles vorbei ist. Jetzt hat sich das gelegt und ich fühle mich einigermaßen wohl als Freizeitsportler.
    Im April habe ich ein Praktikum begonnen: Bei Christian Schenk Sports lasse ich mich in die Welt des Sport- und Bildungsmanagement einführen, bin an Projektplanungen beteiligt und betreue nächste Woche ein Erkenne Deine Stärken-Camp.

  • Olympia als Diskussionsthema

    2. April 2014 | Direktlink

    Nach Sotschi war ich nun schon zum zweiten Mal bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Olympia zu Gast. Bei beiden Veranstaltungen ging es vor allem um die Frage, wie sich das IOC verändern müsste und welche Richtung die olympische Bewegung einschlagen sollte, damit Olympia nicht seine Anziehungskraft verliert und auch wieder in Deutschland von der Bevölkerung unterstützt werden könnte.
    Auffallend, war dass man als Sportler sehr weit weg ist von sportpolitischen und wirtschaftlichen Entscheidungen die mit den Olympischen Spielen verknüpft sind. Als Athlet kann man darüber berichten, wie es bei den Spielen war, wie hart man trainiert hat und was einen emotional mit Olympia verbindet, aber wirklich Einfluss auf die Debatte zu nehmen fällt schwer. Zu unterschiedlich sind die mit Olympia verbundenen Ziele von Sportlern, Politikern und Wirtschaft. Solange man Leistungssportler ist, denkt man bei Olympia nur an eines: Teilnehmen und möglichst Medaillen gewinnen. Das ganze System zu hinterfragen würde den täglichen Bemühungen im Training zuwider laufen. Hier ist es meiner Meinung nach notwendig, das Ganze in Einklang zu bringen, nicht, dass am Ende die Sportler sich rechtfertigen müssen, warum sie an ihrem Kindheitstraum von der Olympiamedaille festhalten.
    Sehr gefreut habe ich mich, dass ich anlässlich der "Dialogreihe Olympia", organisiert vom LSB Berlin, Gunter Gebauer, den von mir hoch geschätzen Sportphilosophen kennenlernen und live erleben durfte.